• Wasserversorgung und Wasserhärte in Marl

    Marl, heute vor allem als Chemiestandort und als Stadt des Grimme-Instituts bekannt, war lange Zeit Zechen- und Kohlenstadt. Schon ab 1820 stieg der Wasserverbrauch massiv an. Im Jahre 1887 wurde daher in Castrop das „Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlerevier“ gegründet, aus dem später das Unternehmen Gelsenwasser AG hervorging. Nach einem Zwischenstopp in Schalke zog man 1893 nach Gelsenkirchen um.

    Um den steigenden Wasserverbrauch zu decken, wurde bereits ab 1906 das Wasserwerk Haltern gebaut und 1908 in Betrieb genommen. Es ist heute eines der größten in ganz Europa und versorgt etwa eine Million Menschen im Raum Duisburg und dem westlichen Münsterland, darunter auch die Einwohner von Marl, mit Trinkwasser einer gleich bleibenden Wasserhärte. Da der Wasserverbrauch der Region immer noch stetig zunahm, wurde 1930 die Talsperre Haltern fertiggestellt. Sie besitzt ein Nord- und ein Südbecken, die seit 1931 gefüllt sind. Die Talsperre sicherte der Gegend damals endlich das so dringend benötigte Nass und ist bis heute ein Garant für ausreichend Trinkwasser.

    Marl hat gut vorgesorgt

    Heute ist Gelsenwasser ein breit aufgestelltes Unternehmen mit mehreren Stadtwerken, Gas- und weiteren Versorgungsangeboten. Doch das Wasser, mit dem alles anfing, liegt den Mitarbeitern auch nach über 130 Jahren besonders am Herzen. Den Hauptanteil von rund 70 Prozent bezieht Gelsenwasser aus den Talsperren Haltern und Hullern – das sind rund 80 Millionen Kubikmeter jährlich –, weitere 30 Prozent werden durch natürliches Grundwasser gewonnen. In sehr trockenen Perioden wird zusätzlich Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal zugeführt.

    Das Rohwasser im Südbecken wird vorgereinigt und über 26 Becken hinab zum Grundwasser geleitet. Hier fließt es sechs Wochen lang und erfährt dabei eine natürliche Reinigung. Anschließend wird es über Vertikalbrunnen aufgefangen und an das Wasserwerk in Haltern weitergeleitet. Hier wird es von Mangan und Eisen befreit, in zwei Tiefbehälter (Fassungsvermögen zusammen 30.000 Kubikmeter) geführt, leicht aufbereitet, um die Rohre vor Korrosion zu schützen, und anschließend an die Hausanschlüsse der über 80.000 Einwohner von Marl geleitet. Desinfektionen sind in der Regel nicht nötig.

    Leitziel: auf die Umwelt achten

    Mehr als 100.000 Untersuchungen pro Jahr sorgen für eine gleichbleibend gute Qualität des Wassers. Analysiert werden diese bei der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik GmbH (WWU), die aus den hauseigenen Laboren der Gelsenwasser AG hervorgegangen ist. Dabei werden ebenso das Talsperren-Oberflächenwasser wie die Zwischenstationen und das fertige Trinkwasser geprüft. Gelsenwasser hat sich sieben Umweltleitlinien gesetzt und bereits 1989 eine Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft begonnen, um das Wasser vor zu hohen Düngegaben und anderen Verunreinigungen zu schützen. Natürlich sind auch alle Einwohner und Besucher aufgefordert, auf die Reinheit der Gewässer zu achten.

    Die Wasserhärte in Marl

    Die Wasserhärte in Marl liegt im Bereich mittel. Die deutsche Härte, die alte Maßeinheit, weist den Wert 12,0 aus; das entspricht 2,14 mmol/l (Millimol pro Liter). Verantwortlich für die Wasserhärte sind vor allem die Mineralien Kalzium und Magnesium. Gesundheitsschädlich ist das härtere Wasser daher nicht, eher im Gegenteil. Wasch- und Reinigungsmittel sollten allerdings entsprechend der Herstellerangaben dosiert werden, um Verkalkungen weitgehend zu vermeiden. Die elektrischen Haushaltsgeräte müssen dann nur selten entkalkt werden.

    Marl liegt in Nordrhein-Westfalen nördlich von Gelsenkirchen und Recklinghausen.

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