• Wasserversorgung und Wasserhärte in Marburg

    Wie die meisten Gegenden mit Wasser wurde auch die Region Marburg schon früh besiedelt. Dies legen archäologische Ausgrabungen nahe, die erste Siedlungsspuren aus der Zeit vor 50.000 Jahren gefunden haben. Durch die heutige Stadt, die inzwischen, nach anfangs nur langsamen Zuwächsen, rund 76.000 Einwohner aufweist, fließt die Lahn. Das Trinkwasser stammt aus mehreren Quellen, die Wasserhärte variiert dabei je nach Stadtteil.

    Marburg und sein Trinkwasser

    Die Stadtwerke Marburg liefern seit 1893 Trinkwasser an die Haushalte. Dabei werden die Grenzwerte der strengen Trinkwasserverordnung regelmäßig deutlich unterschritten. Falls doch einmal Verunreinigungen auftreten, wird das Wasser zur Sicherheit ganz leicht gechlort. Dieser Zusatz ist gesundheitlich unbedenklich und das Wasser kann ganz normal zum Trinken und zur Speisenzubereitung verwendet werden.

    Marburg ist Teil des Zweckverbands Mittel­hessische Wasserwerke, der nicht nur den Landkreis Marburg-Biedenkopf, sondern etliche weitere Städte, Gemeinden und Landkreise bedient. Der Zweckverband wurde 1955 gegründet, als nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrt Wasser gebraucht wurde, nicht zuletzt durch die vielen Flüchtlinge. In der Nähe der Stadt Marburg stehen das Wasserwerk Stadtallendorf und das Wasserwerk Wohratal. Weiterhin verfügt der Verband über 11 weitere Anlagen zur Wassergewinnung, fast 480 Kilometer Fernleitungen und rund 650 Kilometer Ortsleitungen sowie über 400 Kilometer Wasseranschlussleitungen und 65 Hochbehälter. Marburg selbst nutzt neben den Wasserwerken aktuell mehr als ein Dutzend Brunnen beziehungsweise Quellen sowie 18 Hochbehälter und acht Pumpstationen.

    Blue Community

    In den Wasserwerken wird das Rohwasser aufbereitet, von Eisen und Mangan sowie der überschüssigen Kohlensäure befreit, bevor es in die Hochbehälter gepumpt und von dort in die Leitungen zu den Hausanschlüssen transportiert wird. Die Netzpumpen in Stadtallendorf wurden bereits 1936 gebaut und bisher erst zwei Mal überholt: Das spricht für eine hohe Haltbarkeit und eine sehr gute Qualität. Außerdem läuft das Wasser im Werk über Aktivkohlefilter, wodurch es absolut rein und erstklassig wird.

    Gutes Trinkwasser liefern zudem 16 der über 70 Brunnen in der Stadt, darunter finden sich etliche an den Schulen. Die Trinkbrunnen sind speziell durch ein Bechersymbol gekennzeichnet. Ist der Becher durchgestrichen, sollte das Wasser des Brunnens nicht getrunken werden.

    Marburg hat sich außerdem neben zwei weiteren deutschen Städten 2018 dem Konzept Blue Community verpflichtet. Die Idee stammt aus Kanada und wird bereits weltweit angenommen. Hauptinhalt ist, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht ist. Weiterhin kümmert sich Marburg darum, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser weiter in öffentlicher Hand bleibt, um Missbrauch vorzubeugen, und dass mehr Leitungswasser statt vorgefertigten Flaschenwassers getrunken werden soll, um die Umwelt zu entlasten und damit letztendlich unser aller Gesundheit zu dienen. Dies wird bereits umgesetzt, indem hier beispielsweise im Rahmen von Sitzungen des Stadtrats Leitungswasser in Karaffen auf den Tischen steht.

    Die Wasserhärte in Marburg

    Die Wasserhärte in Marburg schwankt je nach Stadtbezirk. In der Regel bewegt sie sich zwischen weich und mittel, doch das Wasser im Stadtteil Michelbach ist hart. Insofern müssen Verbraucher auf die Verpackungen der Wasch- und Reinigungsmittel schauen, um die passende Dosierung vorzunehmen. Auch müssen bei mittlerer und harter Wasserhärte die elektrischen Geräte regelmäßig entkalkt werden.

    Marburg liegt in Mittelhessen zwischen Frankfurt im Süden und Kassel im Nordosten.